Howto: Abaqus 6.9.1 auf Linux Mint 7 installieren

Hallo Besucher, schön dass du hier hergefunden hast. Ich hoffe dir gefällt was du hier liest und schaust ab sofort öfter vorbei. Viel Spass! Daniel

Nachdem ich nun 1 1/2 Wochen gebraucht habe um Abaqus 6.9.1 auf Linux Mint 7 zu installieren, möchte ich den genauen Installationsweg in diesem Howto mit euch teilen. Es hat mich an mancher Stelle schon Nerven gekostet, obwohl Abaqus 6.9.1 am Ende ganz einfach zu installieren ist. Der Trick liegt einfach in der Beschaffung der notwendigen Intel Fortran und Intel C Compiler. Weiss man wie man sich diese beschaffen kann, klappts auch mit dem Nachbarn Linux Mint 7. Für andere Linux-Distributionen die auf Debian aufbauen wie zum Beispiel Ubuntu, sollte der Installationsweg identisch sein.

1. Pakete installieren

Bevor wir Abaqus installieren können, müssen wir folgende Pakete installieren: g++ libstdc++5 csh ia32-libs alien

aptitude install g++ libstdc++5 csh ia32-libs alien

Die Abaqus-Dokumentation benötigt die libtermcap in der 32 Bit Version. Diese Laden wir hier herunter. Es ist wichtig die Version termcap-32bit-2.0.8-951.x86_64 (951!) zu nehmen. Bei mir lies sich ausschliesslich diese Version mit alien in ein Debian-Paket konvertieren. Nach dem Konvertieren installieren wir das Paket mit dpkg.

sudo alien -d -k -c termcap-32bit-2.0.8-951.x86_64.rpm
sudo dpkg -i termcap-32bit_2.0.8-951_amd64.deb

2. Intel C++ Compiler und Intel Fortran Compiler installieren

Vor der Installation steht die Beschaffung. Ich gehe von dem Fall aus, dass man die Compiler im Sinne von Lehre und Forschung einsetzt und keine kommerziellen Absichten hat. Wer die Compiler kommerziel einsetzen möchte sollte diese bei Intel kaufen.

Also gehen wir auf die Non-commercial-Software Seite von intel, klicken auf “accept” und dann auf “Intel® Compiler Suite Professional Edition for Linux”. Auf der folgenden Seite geben wir unsere E-mail-Addresse an, sowie unser Herkunftsland. Auf der nächsten Seite sehen wir die aktuellste Version der Compiler. Jedoch arbeitet Abaqus 9.6.1 lediglich mit den Versionen 9.1 und 10.1. Also vergessen wir diese Seite und checken unsere E-Mails. Intel war so nett uns eine E-mail mit der Seriennummer zu schicken. In dieser Mail befindet sich jedoch auch ein Link auf den wir klicken.

Bei “Intel® C++ Compiler Professional Edition for Linux*” klicken wir rechts auf “download files”. Auf der nächsten Seite scrollen wir ganz runter zu dem Punkt “Select other packages from the dropdown menu:” und wählen im Drop-Down-menu die Version 10.1 aus. Das Build spielt keine Rolle, es kann das aktuellste genommen werden. Anschliessend laden wir die “Product for Intel® 64″-Version auf den Desktop. Um den Intel Fortran Compiler herunterzuladen wählen wir oben im Auswahlmenü unter “Please select product for downloading” den “Intel® Fortran Compiler Professional Edition for Linux*” aus, ändern unten wieder das Release auf 10.1 wobei uns das Build ebenfalls egal ist und laden die “Product for Intel® 64″-Version auf den Desktop.

Die heruntergeladenen Dateien entpacken wir auf den Desktop (rechte Maustaste -> Hier entpacken). Erst installieren wir den C++ Compiler:

./install.sh
1. install as root -> sudo Passwort eingeben
1. install
1. provide serial number -> Die Seriennummer aus der E-Mail eingeben
Do you wish to continue the installation without a 3.2 or newer gcc installed? [Yes/No] (Yes) -> yes
Would you like to perform an unsupported install of this product [yes/no]  (no) ?   :   -> yes
1. Typical Install – Lizenzen akzeptieren
Standard Install Directory (/opt/intel/cce/10.1.025) nehmen

Dann den Intel Fortran Compiler:

1. Install
1. Use existing license found on the system
Would you like to perform an unsupported install of this product [yes/no]  (no) ?   : -> yes
1.    Typical Install (Recommended – Installs All Components).
Lizenzen akzeptieren
Standard Install Directory ([/opt/intel/fce/10.1.025])
return to main menu
exit

Damit Abaqus nachher auch weiss wo es die Compiler samt librarys findet setzen wir folgende Umgebungsvariablen:

export PATH=”/opt/intel/cce/10.1.025/bin:/opt/intel/fce/10.1.025/bin:$PATH”
export LD_LIBRARY_PATH=”/opt/intel/cce/10.1.025/lib”

3. Abaqus Dokumentation installieren

Die Dokumentation installieren wir unter /opt/. Da die Installation als aktueller user gestartet werden muss und wir keine rechte haben im opt Ordner zu schreiben müssen wir uns ein Verzeichnis anlegen, geben uns die Rechte und starten die Installation. Ich gehe davon aus, dass abaqus von CD installiert wird. Andernfalls muss der Pfad angepasst werden.

sudo mkdir /opt/abaqus-doc
sudo chown $LOGNAME /opt/abaqus-doc/
/media/cdrom/setup

Folgende Angaben machen wir:

Scratch Dir: /tmp
click next
enter hostname and ipaddress
abaqus webserver
Installation Directory /opt/abaqus-doc # Die Meldung, dass keine vorherige Installation gefunden wurde ignorieren
click install
#pfad notieren: http://localhost:2080/v6.9

Die Installation sollte die Abaqus Dokumentation nun unter /opt/abaqus-doc installiert haben. Ob die Installation erfolgreich war prüfen wir indem wir http://localhost:2080/v6.9 in einem Browser aufrufen. Wird die Dokumentation angezeigt ist alles ok.

4. Abaqus installieren

Die Abaqus-CD in das Laufwerk einlegen und mit folgendem Befehl die Requirements prüfen:

/media/cdrom/setup -sysinfo

Dieser Check sollte bis auf “mesa” und “hp-mpi” und Linux Distribution “pass” bei allen anderen Punkten anzeigen. Ist dies nicht der Fall hast du einen Schritt oben vergessen und solltest die Schritte nochmal prüfen.

Fürs Abaqus selber müssen wir auch ein Verzeichnis händisch erstellen und starten dann die Installation:

sudo mkdir /opt/abaqus
sudo chown abaqus /opt/abaqus
/media/cdrom/setup -crossplatform

Folgende Eingaben müssen gemacht werden:

3. Linux/x86-64
Scratch directory: /tmp
License Server angeben
Documentaion Pfad angeben: http://localhost:2080/v6.9
Installation Directory: /opt/abaqus -> anschliessend auf continue

5. optional: Rechte im TMP-Verzeichnis setzen

Komischerweise startet bei mir der Kompilierungsvorgang nicht richtig. In der zugehörigen Log Datei findet sich schnell der Fehler:

Abaqus Error: Unable to create a temporary directory “/tmp/abaqus_/home/abaqus/Desktop/abaq_neu/el_pl_eps1_29031″ to be used for scratch files.

Mein Versuch den Ursprung diesen Fehlers in den Abaqus-Dateien zu finden habe ich aufgegeben. Folgender Workaround funktioniert jedoch:

mkdir -p /tmp/abaqus_/home/abaqus/Desktop/abaq_neu/

Vielleicht habt ihr diesen Fehler nicht?

6. optional: Umgebungsvariablen für alle Benutzer setzen

Damit jeder Benutzer der sich anmeldet Abaqus benutzen kann, setzen wir die Umgebungsvariablen Systemweit. Hierzu fügen wir am Ende der Datei /etc/bash.bashrc folgende Befehle ein:

export LD_LIBRARY_PATH=”/opt/intel/cce/10.1.025/lib”
export PATH=”/opt/intel/cce/10.1.025/bin:/opt/intel/fce/10.1.025/bin:$PATH”

7. Fragen, Anregungen und Kritik?

Hat dir mein Howto geholfen? Klappt etwas bei dir nicht? Hast du Fragen oder möchtest einfach nur Danke sagen? Dann schreibe einen Kommentar.

Vielen Dank!

Beiträge die für dich ebenfalls interessant sein können:

  1. Hallo,

    ja, ist super! Vielen Dank!

    Es wäre vielleicht gut, die Beschreibung Download/Installation der Compiler zu aktualisieren: Inzwischen geht es so:
    http://downloadcenter.intel.com/
    Dort Compiler-Variante auswählen (entweder Fortran oder C++, beides sollte man nacheinander herunterladen). Dann non-commercial-use unterschreiben und E-mail lesen etc.. Beim herunterladen darauf achten, dass die richtige Version gewählt wird (10.1/11.1). Ggf. begonnenen Download unterbrechen und korrekte Version wählen. Dann installieren.

  2. Hallo Anonym,

    vielen Dank für deinen Hinweis. Ich werde mir das anschauen und sobald ich zeit habe updaten.

    Danke!